„Kann Spuren von Milch und Eiern enthalten“ – Tierische Allergene in veganen Produkten | Vegane Gesellschaft Österreich

„Kann Spuren von Milch und Eiern enthalten“ – Tierische Allergene in veganen Produkten

07.07.2017

Vegane Produkte mit Spuren von Milch und Eiern? Was zunächst als Widerspruch erscheint, ist bei genauerem Hinsehen keiner. Denn Spurenhinweise sind freiwillige Angaben von Herstellern, die sich so gegen Schadensersatzansprüche absichern. Für die Herstellung dieser Produkte werden die genannten Stoffe nicht direkt eingesetzt. Sie können in sehr geringem Ausmaß, etwa als Rückstände von Maschinen, in das Produkt gelangen. Veganer_innen können Produkte mit Spuren tierischer Allergene ruhigen Gewissens konsumieren, lediglich starke Allergiker_innen sollten vorsichtig sein.

Wenn Milch und Eier Spuren hinterlassen

Trotz sorgfältiger Produktion und strengen Hygienevorschriften können manchmal kleinste Mengen nicht zur Rezeptur gehörender Stoffe in das Produkt gelangen. Durch Luftwirbel kann Milchpulver unbeabsichtigt in vegane Produkte geraten. Kleinste Mengen an Milch und Eiern können sich durch mikroskopische Rückstände auf gereinigten Maschinen einschleichen. Spuren sind also Stoffe, die unbeabsichtigt in das Produkt gelangen und nicht zur Rezeptur gehören. Der Hinweis auf Spuren ist rechtlich nicht verpflichtend, bietet starken Allergiker_innen jedoch Orientierungshilfe, ob sie das Produkt konsumieren können.

V-Label und Veganblume – Garantie für vegane Produkte

Ein kurzer Blick auf die Zutatenliste von Lebensmitteln reicht oftmals nicht aus um festzustellen, ob ein Produkt vegan ist. Oft verstecken sich hinter E-Nummern oder Aromen tierische Stoffe. Hilfsstoffe müssen nicht deklariert werden, da sie nicht im Endprodukt enthalten sind. Diese Hilfsstoffe können tierischen Ursprungs sein, etwa bei der Klärung von Weinen und Fruchtsäften mit Fischblase und Gelatine.

Das V-Label VEGAN und die Veganblume garantieren Konsument_innen, dass die Produkte frei von tierischen Zutaten und Hilfsstoffen sind. Um den Gehalt von Spuren so gering wie möglich zu halten, muss die Herstellung von veganen Produkten räumlich oder zeitlich getrennt erfolgen. Verwendet ein Unternehmen zur Produktion von veganen und nicht-veganen Lebensmitteln dieselben Maschinen, muss bei V-Label zertifizierten Produkten eine Produktionsreihenfolge (vegane Produkte zuerst) oder eine gründliche Reinigung eingehalten werden. Da der Eintrag von tierischen Stoffen in vegane Produkte nie zu 100 % ausgeschlossen werden kann, dürfen Spuren-Hinweise für schwere Allergiker_innen an den Produkten angebracht werden.

Veganismus – Wie weit geht die Suche nach tierischen Stoffen?

Der Mitbegründer der Vegan Society of England Donald Watson definierte den Veganismus als „Lebensweise, die versucht – soweit möglich und praktikabel – alle Formen der Tierausbeutung für Nahrung, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden.“ Bei der veganen Ernährung wird also auf den bewussten Einsatz von tierischen Stoffen verzichtet. Dies umfasst neben Inhaltsstoffen auch Hilfsstoffe, da diese ebenfalls absichtlich bei der Produktion eingesetzt werden.

Tierethisch oder ökologisch motivierte Veganer_innen können pflanzliche Produkte mit Spuren an tierischen Allergenen problemlos konsumieren, da diese nicht Teil der Rezeptur sind und die Herstellung der Lebensmittel keine Beschaffung von tierischen Rohstoffen bewirkt hat. Menschen, die sich aus gesundheitlichen Motiven oder Gründen des Genusses für die vegane Lebensweise entschieden haben, können diese Produkte ebenfalls zu sich nehmen, da die Spuren in derart geringen Mengen vorkommen, dass sie sich nicht auf Gesundheit oder Geschmack auswirken.

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