WHAT THE HEALTH | Vegane Gesellschaft Österreich

WHAT THE HEALTH

16.03.2017

„What the health“ – die lang erwartete Doku von den Machern von „Cowspiracy“ Kip Andersen und Keegan Kuhn hat am 16. März 2017 Premiere gefeiert. Das Geheimnis zur Prävention und Therapie von chronischen Krankheiten wird aufgedeckt. Doch warum wollen die US-amerikanischen Gesundheitsorganisationen nicht, dass die BürgerInnen davon wissen? Während sich „Cowspiracy“ mit den Umweltauswirkungen der Landwirtschaft und Produktion tierischer Lebensmittel beschäftigt, deckt „What the health“ die gesundheitlichen Folgen des Konsums tierischer Lebensmittel auf.

MedizinerInnen, ForscherInnen und KonsumentschützerInnen gehen gemeinsam mit Kip Andersen und Keegan Kuhn den korrupten Tätigkeiten von Staat, Pharmaindustrie und anderen Unternehmen auf den Grund, die zu Kosten in Milliardenhöhe für das Gesundheitssystem führen und Menschen ihre Gesundheit, teils ihr Leben kosten. Kritik wird auch an NGOs geübt, die sich mit Gesundheit und Ernährung beschäftigen, aber trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse keine oder kaum Kritik am hohen Konsum tierischer Lebensmittel und deren desaströsen Auswirkungen üben.

Wohlstand, Krankheiten und Ernährung

Übergewicht, Hypertonie, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und andere sogenannte Wohlstandskrankheiten werden immer häufiger diagnostiziert. Die Betroffenen verlieren ihre Lebensqualität, kämpfen mit den Folgen und verlieren diesen Kampf nicht selten. Auf gleichsam beeindruckende und überzeugende Weise werden die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krankheit aufgezeigt. Die Potenziale einer veganen Ernährung sind nicht nur die Gesundheitserhaltung und Krankheitsprävention, sondern auch deren positive Auswirkung in der therapeutischen Behandlung von Krankheiten. Das Erbe von „Cowspiracy“ ist spürbar: Kurz wird angerissen, welche Umweltauswirkungen der Konsum von tierischen Lebensmitteln hat, und auf ebenso fesselnde Weise nehmen uns die Macher auf die Suche nach Antworten mit, die viele Organisationen lieber im Verborgenen ließen.

Viel Leid durch vermeidbare Krankheiten

Derzeit leiden 350 Millionen Menschen an Diabetes – Tendenz steigend. In den USA entfallen derzeit 10 % der Ausgaben im Gesundheitssektor auf die Behandlung von Diabetes, eine Krankheit die in den meisten Fällen vermeidbar wäre – mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung. Weiters sind 2 von 3 Menschen in den USA übergewichtig oder fettleibig. 70 % der Todesfälle wären vermeidbar. Doch selbst Gesundheitsbehörden und -organisationen empfehlen den Konsum von Fleisch, Milch und Eier, obwohl gerade diese Lebensmittel stark im Zusammenhang mit den Wohlstandskrankheiten stehen. Sie enthalten ungesunde gesättigte Fettsäuren und Cholesterin. Selbst die Weltgesundheitsorganisation hat vor den krebserregenden Eigenschaften von Wurst gewarnt. Die derzeitige, durchschnittliche Ernährung ist zu reich an Energie und Protein und zu arm an Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Vitaminen. Dass Milch kein gesundes Lebensmittel für den Menschen ist, zeigt sich nicht nur an den hohen Raten an Laktoseintoleranz. Was nicht weiter verwunderlich ist, ist Milch doch die Nahrung einer Babykuh und nicht eines erwachsenen Menschen.

Lobbying rund um tierische Lebensmittel

Woher bekommen VeganerInnen ihre Proteine? Brauchen wir nicht Fleisch zum Überleben? Ist es nicht natürlich Fleisch zu essen? Diese Fragen werden den meisten VeganerInnen schon mehr oder weniger oft begegnet sein. „What the health“ greift die Vorurteile gegenüber Veganismus auf und erklärt mit Hilfe von wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass eine pflanzliche Ernährung Menschen bestens mit allen nötigen Nährstoffen versorgen kann. Kritisiert wird auch die medizinische Ausbildung, in der die Rolle der Ernährung als Prävention und Therapie von Krankheiten viel zu wenig thematisiert wird. Keine andere Industrie auf der Erde gibt so viel Geld für Lobbying aus wie die Pharmaindustrie. Deren massiver Einfluss zeigt sich nicht nur in der Werbung, die uns Fleisch, Milch und Eier als gesunde, notwendige und stark machende Lebensmittel verkaufen will, sondern auch in der Forschung und Politik. Dass die Pharmaindustrie nicht nur stark von der menschlichen Gesundheit oder besser gesagt von deren Fehlen abhängt, sondern auch vom Konsum tierischer Lebensmittel, wird schnell klar, wenn man bedenkt, dass 80 % der Antibiotika in den USA in den Mägen von Tieren landen. Es liegt auf der Hand, dass die Pharmaindustrie aus diesen und weiteren Gründen nicht an der Verbreitung einer pflanzenbasierten oder gar veganen Lebensweise interessiert ist.

Trailer

Fazit

„What the health“ tritt in große Fußstapfen, doch weiß der Film mit vielen Zahlen und Fakten zu überzeugen. Einer Anknüpfung an den Erfolg von „Cowspiracy“ steht somit nichts im Weg. In den ersten vier Tagen der Ausstrahlung, von 16.03.-19.03.2017, werden 50 % der Einnahmen an die Organisation „Food Not Bombs“ gespendet, die bedürftige Menschen mit gesunden Nahrungsmitteln versorgt. Anzusehen ist der Film auf Vimeo. Seit 16.06.2017 ist die Doku auch auf Netflix verfügbar. Wir wünschen viel Vergnügen!