Peaceful gardening: Biovegan gärtnern | Vegane Gesellschaft Österreich

Peaceful gardening: Biovegan gärtnern

13.03.2017

Susanne Heine
Peaceful gardening: Biovegan gärtnern

ISBN 978-3-8354-1345-0
1. Auflage: 2015
BLV Buchverlage
144 Seiten
€ 15,50

Der Frühling macht sich langsam aber doch bemerkbar: Die Temperaturen steigen, die ersten Krokusse, Schneeglöckchen und Primeln sprießen aus der Erde und die Sonne gewährt uns ein paar Stunden mehr Licht. GärtnerInnen planen ihren Garten für das Jahr, die Aussaat steht bald an und so empfiehlt sich besonders jetzt ein Blick in „Peaceful gardening: Biovegan gärtnern“ von Susanne Heine.

Der biovegane Garten

Ein veganer Garten? Ist denn Obst und Gemüse nicht ohnehin immer vegan? Das Konzept des bioveganen Gartens stößt bei vielen erstmals auf Verwunderung. Doch bei einem kurzen Blick auf die Hilfsmittel, die im Garten eingesetzt werden, wird schnell klar, dass diese oft alles andere als tierfreundlich sind: Neben Gülle und Mist, enthalten auch viele handelsübliche, organische Düngemittel tierische Inhaltsstoffe wie Haar-, Horn-, Blut- und Knochenmehl. Eine Deklarierung der Stoffherkunft ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Meist fallen diese Düngemittel unter die Bezeichnung NPK-Dünger. Die Abkürzung NPK steht für die Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium.

„Für mich fühlt es sich falsch an, den Igel zu schützen und gleichzeitig das Knochenmehl eines anderen Tieres, das genauso die Fähigkeit hat zu empfinden, als Dünger im Gartenbeet zu verwenden.“ – Susanne Heine, S. 11.

Im bioveganen Garten werden die Grundsätze der veganen Lebensweise mit denen der biologischen Landwirtschaft verbunden. Der Einsatz von Mineraldünger ist ebenso tabu, wie der von Gülle und Mist. Achtsamkeit gegenüber Tieren, Pflanzen und der Umwelt wird großgeschrieben.

Düngen mit Pflanzenkraft

Dass man nicht notgedrungen Gülle oder andere Düngemittel mit tierischen Inhaltsstoffen benötigt, wenn man auf Mineraldünger verzichten möchte, zeigen die Autorin und andere GärtnerInnen durch jahrelange, erfolgreiche Bewirtschaftung von bioveganen Gärten.

Mittels Gründüngung werden die Pflanzen mit den nötigen Nährstoffen versorgt. Dazu eignet sich der Anbau von Leguminosen, wie Bohnen, Erbsen und Lupinen, die den Boden mit Stickstoff anreichern. So werden die Böden gelockert und bleiben fruchtbar. Beim Mulchen bedeckt man den Boden mit Pflanzenteilen, wie Grasschnitt, Kompost, Stroh und Laub. Der Boden wird nicht nur geschützt, sondern auch mit Nährstoffen versorgt. Denn das Mulchmaterial verrottet und wird von fleißigen Bodenlebewesen wie Regenwürmern abgebaut, was Nährstoffe für den Boden freisetzt. Sehr wichtig im bioveganen Garten ist eine sinnvolle Fruchtfolge und Mischkultur, um die Furchtbarkeit des Bodens zu erhalten.

Wie stellt man Kompost selbst her? Wann sät und pflanzt man welche Pflanzen an? Wie legt man ein Beet an? Welche Pflanzen können nebeneinander angepflanzt werden? Die Autorin geht auf all diese und weitere Fragen ein. Verschiedene Pflanzen werden vorgestellt und Tipps und Tricks zu deren Anbau und Pflege gegeben. So gelingt auch Interessierten mit wenig oder keiner Gartenerfahrung der Anbau von Kohlrabi, Tomaten, Zucchini, Brombeeren, Ribisel und Co. Die Autorin verrät wie Pflanzenjauche aus Brennnesseln, Beinwell und Tomatenblättern selbst hergestellt werden kann. Mittlerweile sind aber auch biovegane Düngemittel im Handel erhältlich. Durch die Kompostierung stellt man aus Küchen- und Gartenabfällen Humus selbst her, der unverzichtbar ist für gesunden und fruchtbaren Boden.

Leben mit und neben Tieren

Aus der konsequenten Beachtung des ethischen Veganismus, wird versucht keinen Tieren Schaden zuzufügen. Deswegen wird bewusst auf Fallen für Mäuse, Insekten und Schnecken verzichtet. Nistkästen in Bäumen, Gitter über Regentonnen und Insektenhotels werden zum Schutz der Tiere und Artenvielfalt im Garten angebracht. Lebensräume zu schaffen und zu erhalten stellt einen Grundpfeiler des bioveganen Gärtnerns dar. Auf eine Einteilung in Nützlinge und Schädlinge wird verzichtet, denn wer nützlich oder schädlich ist, ist nur die Sichtweise des Menschen.

„Tiere spielen im bioveganen Garten eine große Rolle. Wohlgemerkt: Es sind lebende und freie Tiere. Sie werden nicht gehalten, sondern sie kommen und gehen, wann und wie sie wollen.“ Susanne Heine, S. 113

Lauf des Buches

Nach einer persönlichen Einführung in das Thema, wird die biovegane Gartenpraxis erklärt. In den folgenden Kapiteln wird eine Auswahl an Gemüse, Kräutern, Blumen und Beeren vorgestellt und Tipps und Tricks verraten, wie diese am besten angepflanzt und versorgt werden. Da die Naturförderung im bioveganen Garten wichtig ist, erklärt die Autorin, wie Insektenhotels und Nistkästen gebaut werden. Den Abschluss des Buches bildet ein Rundgang durchs Jahr. So wird anschaulich zusammengefasst, was in welchem Monat im Garten zu erledigen ist. Auch Rezepttipps für Marmeladen, Sirup, Grünkohl-Chips, Blüten- und Kräutersalze werden vorgestellt. Das Buch eignet sich sowohl für EinsteigerInnen in die Gartenkunst, als auch für erfahrene GärtnerInnen, die nach Methoden suchen, ihre grüne Oase so tierfreundlich wie möglich zu gestalten.

Über die Autorin

Susanne Heine ist leidenschaftliche Hobbygärtnerin und hat mit „Peaceful gardening: Biovegan gärtnern“ ihren Erfahrungsschatz in einem Buch zusammengefasst, um andere von dem Konzept des bioveganen Gartens zu überzeugen. Weitere Erlebnisse, Tipps und Tricks rund um das Gärtnern veröffentlicht sie auf ihrem Blog unter www.reisbluete.blogspot.co.at.