Vegane Ernährung zur Prävention und Heilung von Krebs? | Vegane Gesellschaft Österreich

Vegane Ernährung zur Prävention und Heilung von Krebs?

06.02.2017

Das Interesse an Veganismus scheint unaufhaltsam zu wachsen. Nicht zuletzt aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Gesundheit, die eine rein pflanzliche Ernährung mit sich bringt. Veganer_innen leiden seltener an sogenannten Wohlstandkrankheiten wie Übergewicht, Hypertonie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Ernährungsmedizinerin Dr.in Aspalter ist überdies der Meinung, dass die vegane Ernährung das Potenzial hat, der Entstehung von Krankheiten präventiv entgegenzuwirken und deren Heilung zu unterstützen.

Westliche Ernährung und Krebs

Die durchschnittliche Ernährung in den (westlichen) Industrieländern ist durch einen hohen Gehalt an Energie, Fett, Protein und Zucker gekennzeichnet. Neben diesen Faktoren stehen Alkohol- und Nikotinkonsum und unzureichende Bewegung im Zusammenhang mit der Entstehung von derartigen chronisch-degenerativen Erkrankungen. Die Änderung der Lebensmittelauswahl kann einen entscheidenden Beitrag zur Steigerung der Gesundheit und Lebensqualität leisten. Da die Krankheitsentstehung meist von zahlreichen Faktoren und deren komplexen Zusammenspiel abhängt, ist es oft schwierig, einen hauptverantwortlichen Faktor zu identifizieren. Wissenschaftliche Studien haben dennoch belegt, dass chronische Erkrankungen unter Vegetarier_innen und Veganer_innen wesentlich seltener auftreten als in der restlichen Bevölkerung. Hierbei spielen wieder verschiedene Faktoren zusammen, da vegetarische und vegane Personen im Durchschnitt weniger Alkohol und Nikotin konsumieren und sich mehr bewegen.

Krebserkrankungen stellen in westlichen Industrieländern die zweit häufigste Todesursache dar. Männer sind vor allem von Lungen-, Bronchien-, Prostata- und Dickdarmkrebs betroffen, Frauen von Brust-, Lungen-, Bronchien und Dickdarmkrebs. Die Entstehung von Krebs hängt stark mit dem Alter, der Exposition und genetischen Veranlagung zusammen. Unter Exposition versteht man Umweltfaktoren, die Krebswachstum begünstigen und (zumindest teilweise) beeinflusst werden können. Eine entscheidende Rolle spielt nicht nur der Verzicht bzw. mäßige Konsum von Alkohol und Nikotin, sondern auch die Nahrungsmittelauswahl. Überraschenderweise wird ungesunde Ernährung häufiger als Krebsursache in Industrieländern genannt als Rauchen (35 % bzw. 33 %). Somit wird umso deutlicher, dass die Ernährung einen entscheidenden Beitrag in der Prävention von Krebs leistet. Vegetarisch und vegan lebende Menschen haben im Vergleich zur restlichen Bevölkerung ein deutliches geringeres Krebserkrankungs- und Mortalitätsrisiko.

Krebsfördernde und krebshemmende Lebensmittel

Krebsfördernde Substanzen kommen oft natürlich in Lebensmitteln vor oder entstehen bei deren Verarbeitung. Besonders hervorzuheben sind hier stark gegrillte, gepökelte und gesalzene Speisen. Ebenso kann ein hoher Konsum von rotem und/oder verarbeiteten Fleisch das Krebsrisiko erhöhen. Als krebshemmend gelten Obst und Gemüse und andere ballaststoffreiche Lebensmittel. Der positive Einfluss von Obst und Gemüse scheint ein komplexes Zusammenspiel zahlreicher Inhaltsstoffe zu sein. Viele Sorten sind reich an Antioxidantien, wie Vitamin E, Vitamin C und Carotinoiden, die freie Radikale zerstören und der Krebsentstehung entgegenwirken.

Eine wissenschaftliche Langzeitstudie der Medizinischen Universität in Stockholm hat ergeben, dass Fleischkonsum die Lebenserwartung deutlich senkt. Ein gleichzeitig hoher Konsum von Obst und Gemüse kann die negativen Einflüsse eines hohen Fleischkonsums nicht ausgleichen. So senkt schon der Verzehr von einem Schnitzel oder zwei Wurstsemmeln pro Tag die Lebenserwartung erheblich.

Krebstherapie durch vegane Ernährung?

Dass vegane Ernährung einen positiven Beitrag zur Krebsheilung leistet, ist sich Ernährungsmedizinerin Dr.in Rosa Aspalter sicher. Sie hat auch persönlich sehr positive Erfahrungen mit veganer Ernährung bei ihrer eigenen Krebserkrankung gemacht. Den Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung erachtet sie – neben der Chemotherapie – als einen wesentlichen Schritt, der zu ihrer Genesung beigetragen hat. Tierisches Protein sei ein besonders gutes Baumaterial für Krebszellen und fördere so das Tumorwachstum. Die Aminosäure Methionin ist vermehrt in tierischem Protein enthalten, viele Krebsarten seien von dieser abhängig. Pflanzliche Lebensmittel haben einen eher basischen pH-Wert, was der Krebsentwicklung entgegenwirkt. Um den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs genauer zu untersuchen, hat Dr.in Rosa Aspalter eine Studie initiiert, an der alle in Behandlung stehenden Krebspatient_innen teilnehmen können.

Interview mit Dr.in Rosa Aspalter über Ernährung und Krebs aus dem Vegan.at Magazin Nr.24 2/2015

Dr.in Rosa Aspalter in der Diskussionssendung Talk im Hangar-7 auf ServusTV zum Thema „Wie viel Fleisch ist gesund?“
















Dr.in Rosa Aspalter in Heute Konkret auf ORF 2 über Ernährung und Krebs