Update: Positionspapier der Academy of Nutrition and Dietetics | Vegane Gesellschaft Österreich

Update: Positionspapier der Academy of Nutrition and Dietetics

28.11.2016

Weltweit größte Fachgesellschaft spricht sich auch im aktuellen Positionspapier für vegane Ernährung in jeder Lebensphase aus

Die Academy of Nutrition and Dietetics (A.N.D.) hat ihr Positionspapier zu vegetarischen Ernährungsformen überarbeitet. Die 11-seitige Publikation, die im Dezember 2016 in der Fachzeitschrift Journal of the Academy of Nutrition veröffentlicht wird, betont die gesundheitlichen Vorteile vegetarischer und veganer Ernährung: Vielen Krankheiten könne vorgebeugt werden; Vegetarier_innen und Veganer_innen haben ein niedrigeres Risiko für die Haupt-Todesursachen in Industrieländern. Zudem erfülle eine gut geplante vegane Ernährung die Empfehlungen für gesunde Ernährung. Sie sei für jede Lebensphase geeignet – auch für Kinder, Schwangere und Stillende. Außerdem sei sie ökologisch nachhaltiger als Ernährungsformen, die viel Fleisch enthalten.

Obst und Gemüse
Eine vegane Ernährung ist laut Academy of Nutrition and Dietetics in jeder Lebensphase gesund.

Vorbeugung vieler Erkrankungen

Wie bereits in den früheren Versionen von 2003 und 2009 stellt das Positionspapier klar, dass vegetarische Ernährungsformen gesundheitliche Vorteile in der Prävention und Behandlung bestimmter Erkrankungen bieten. Zu den vegetarischen Ernährungsformen wird auch die vegane Ernährung gezählt. Es bestehe ein reduziertes Risiko für koronare Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes mellitus II, Adipositas und verschiedene Krebsarten. LDL-Cholesterinspiegel seien bei vegetarischen Ernährungsformen niedriger und Blutzuckerwerte besser. Zudem verringere sich für Vegetarier_innen und Veganer_innen das Risiko für die meisten Haupt-Todesursachen wie Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen.

Empfehlungen zur Nährstoffzufuhr

Das Positionspapier geht auf auf Protein, Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Zink, Jod, Vitamin D und Vitamin B12 einzeln ein und gibt Tipps, wie man sich auf veganem Wege gut mit diesen Nährstoffen versorgen kann. Da Vitamin B12 nicht ausreichend und verlässlich in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt, muss es in Form eines Nahrungsergänzungsmittels oder von angereicherten Lebensmitteln aufgenommen werden.

Vegane Ernährung für jedes Lebensalter

Eine vegane Ernährung ist für jedes Lebensalter geeignet. Vegetarisch-vegane Kinder haben ein niedrigeres Risiko für Übergewicht und Adipositas. Weitere Vorteile sieht die Academy of Nutrition and Dietetics darin, dass vegan lebende Kinder mehr Obst und Gemüse essen, weniger Süßigkeiten und salzige Snacks, weniger Fett und speziell gesättigte Fettsäuren. Auf die Zufuhr von Eisen, Zink und Vitamin B12 sowie Kalzium und Vitamin D sollte geachtet werden.

Auswirkungen auf die Umwelt

Pflanzenbasierte Ernährungsformen sind ökologisch nachhaltiger als eine Ernährung mit viel Fleisch, da sie weniger natürliche Ressourcen verbraucht und mit weniger Umweltschäden verbunden ist. So verbrauchen vegetarische Ernährungsformen im Vergleich zur omnivoren beispielsweise weniger Wasser und fossile Brennstoffe und reduzieren den ökologischen Fußabdruck deutlich.

Fazit des Positionspapiers

Das Interesse an vegetarischer und veganer Ernährung wächst rapide. Eine gut geplante vegetarische und vegane Ernährung versorgt Menschen in jeder Lebensphase angemessen mit allen notwendigen Nährstoffen. Auch die Versorgung mit Vitamin B12 und Kalzium kann durch eine entsprechende Planung sichergestellt werden. Im Vergleich zu nicht-vegetarischen Ernährungsformen können vegetarische Ernährungsformen das Risiko für viele chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas und manche Krebserkrankungen reduzieren.

Weltweit größte Fachgesellschaft für Ernährung

Die Academy of Nutrtition and Dietetics (ehemals „American Dietetic Association“, ADA) hat fast 67.000 Mitglieder. Davon sind 75 Prozent registrierte Diätolog_innen, der Rest setzt sich unter anderem aus Forscher_innen, Pädagog_innen, Studierenden, Berater_innen und Gastronomiemanager_innen zusammen. Eigenen Angaben zufolge ist die A.N.D. die weltgrößte Organisation für Nahrungs- und Ernährungsfachleute.