Matcha oder: grünes Gold? | Vegane Gesellschaft Österreich

Matcha oder: grünes Gold?

13.01.2017
Matchatee
Matchapulver wird traditionell mit einem Bambusbesen angerührt.

Matcha zählt mittlerweile zu den Foodtrends, denn er ist ein echter Allroundstar in der Welt der Superfoods und unter anderem deshalb immer öfters in Cafés, Supermärkten und Bioläden erhältlich. Das Superfood gilt als Wachmacher sowie Schlankmacher und wird generell als sehr kostbar und gesund eingestuft. Sowohl Hollywood-Stars als auch buddhistische Mönche sind von der Wirkung begeistert. Doch ist der hohe Preis des Teepulvers nun tatsächlich gerechtfertigt? Die Hintergründe und Fakten rund um das beliebte Trendgetränk werden euch hier zur Verfügung gestellt. 
 

Herkunft & Fakten

Matcha ist ein leuchtend grünes Pulver, das aus fein vermahlenen Teeblattspitzen gewonnen wird. Nur die edelsten Teile des Teeblattes werden für Matcha verwendet und per Handarbeit verarbeitet. Der Rohstoff für Matcha heißt Tencha (=Himmelstee). Die Teesträucher werden eine Zeit lang vor der Ernte „beschattet“, damit sich bestimmte Inhaltsstoffe anreichern, denn das beeinflusst letztlich den Geschmack und sorgt für die erbsengrüne Farbe. Die geernteten Teeblätter werden schonend mit Wasserdampf behandelt, getrocknet und schließlich in Granitsteinmühlen fein gemahlen.
 
Ursprünglich kommt grüner Tee und somit auch Matcha aus China, wurde aber im 12. Jahrhundert nach Japan importiert und dort angepflanzt. Buddhistische Mönche tranken Matcha Tee, um länger und intensiver meditieren zu können. Im 16. Jahrhundert ritualisierte sich der Matcha-Konsum in der Tee-Zeremonie, die von Bildung und Kultiviertheit zeugte. Bis heute kommt der beste Matcha-Tee aus Japan - nur ein kleiner Bruchteil der Produktion findet den Weg nach Europa. Circa 0,05 % aller produzierten Tees ist Matcha und insgesamt sind nur 0,005 % der Tees Matcha in Bioqualität aus Japan. Der edelste Tee der Welt hat sich die Bezeichnung „Grünes Gold“ also verdient. Auch wegen der aufwendigen Herstellung bezahlt man für 30 Gramm Tee zwischen 20 und 50 Euro.
 

Inhaltsstoffe & Wirkung

Die Besonderheit an Matcha ist die Wirkungsweise, denn das Teegetränk belebt und entspannt gleichzeitig. Der Espresso der Teewelt wirkt sanfter als Kaffee und ist für seinen langanhaltenden Effekt bekannt.
Die Vorteile, dass der Tee als Pulver konsumiert wird, ergeben sich einerseits im Geschmack, andererseits in der Wirkung. Schon eine Tasse pro Tag reicht, um einen gesundheitlichen Effekt zu erzielen. Für denselben Effekt müsste man zwei Liter Grüntee trinken, denn bei herkömmlichen Aufguss-Tees werden nur 10% der Inhaltsstoffe aus den Teeblättern aufgenommen, bei Matcha aber 100%.

Speziell für die Teesorte Matcha fehlen bislang systematische Studien. Doch zahlreiche überzeugende Studien zur gesundheitsfördernden Wirkung von Grüntee lassen sich auf den Matcha-Tee übertragen und potenzieren sich sogar noch.

  • L-Theanin: Die seltene Aminosäure macht wach, reaktions- und aufnahmefähig, wirkt jedoch zugleich entspannend und stimmungsaufhellend.
  • Teein: Das Tee-Koffein wirkt anregend und konzentrationsfördernd. Im Tee ist das Koffein an Flavonole gebunden und wird erst im Darm freigesetzt - somit hält die Wirkung länger an.
  • Hoher ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity): Dieser Wert beschreibt das antioxidative Potenzial eines Lebensmittels, also dessen Fähigkeit, freie Radikale im Körper zu neutralisieren - je höher der Wert, umso besser. Der ORAC-Wert von Matcha liegt bei 157.300 (zum Vergleich: Wilde Blaubeeren bei 9.300).
  • Polyphenole: Die Pflanzenstoffe beruhigen und desinfizieren einen gereizten Magen-Darm-Trakt.
  • Vitamine, Mineralien & Spurenelemente: A, B, C, E, Kalzium, Kalium, Eisen, Karotin.

 

Unterschiede in Qualität, Preis und Geschmack?

Wie überall gibt es auch bei Matcha-Tee unterschiedliche Qualitäten und Preise. Vorsicht: Einige Produkte sind „gestreckt“. Billiger Matcha-Tee ist oft Grüntee aus chinesischer Massenproduktion. Grüntee ist zudem leider oft mit Pestiziden belastet.
 
Tipp: Gutes Matcha-Pulver ist leuchtend grün. Je leuchtender die grüne Farbe, desto frischer der Tee. Lange Lagerung sollte man vermeiden. 
 

Zubereitung & Verwendung

Traditionell wird Matcha als Tee getrunken und dazu mit einem speziellen Bambusbesen in einer Schale cremig gerührt. Besonders wichtig ist dabei das Pulver nicht mit kochend heißem Wasser, sondern lediglich mit wenig 80 Grad heißem Wasser anzurühren, bis es sich auflöst und anschließend aufzugießen. Matcha lässt sich jedoch sehr vielseitig einsetzen und besticht auch als Matcha Latte oder in Smoothies, Dressings, Cocktails, Torten, Kuchen, Eis und Keksen mit seiner giftgrünen Farbe. Die Verwendungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, hier einige Ideen: https://www.veganblatt.com/kochen-mit-matcha
 

Matcha (Latte) Angebot in Wien:

 

 
Insgesamt liegt die hohe Wertschätzung von Matcha also darin begründet, dass der Tee besonders hochwertig, gesund und vielseitig ist und zudem eine geschmackvolle Abwechslung zu Kaffee und Grüntee bietet.