Erfahrungsbericht: Für einen Monat vegan | Vegane Gesellschaft Österreich

Erfahrungsbericht: Für einen Monat vegan

12.07.2018

Bereits mehrere tausend Personen haben an unserem „Veganen Monat“ teilgenommen und die vegane Lebensweise ausprobiert. Unterstützt werden sie dabei von uns mit E-Mails mit praktischen Tipps, schmackhaften Rezepten und interessanten Informationen über Tiere, Umwelt und Gesundheit. Zwei Teilnehmerinnen erzählen uns von ihren Erfahrungen und Meinungen zu unserer Starthilfe.

Wir freuen uns sehr, dass ihr im Jänner am „Veganen Monat“ teilgenommen habt. Warum habt ihr euch dafür entschieden?

Katharina: Ich bin mit 13 oder 14 Jahren Vegetarierin geworden, weil ich keine Tiere mehr essen wollte. Das Interesse an einer tierfreundlichen Ernährung habe ich also schon länger und ich habe mich schon zeitweise vegan ernährt. Vom „Veganen Monat“ hat mir eine Freundin erzählt.

Natascha: Über Facebook bin ich zufällig auf den „Veganen Monat“ gestoßen und aus Neugierde habe ich mich entschlossen teilzunehmen. Zuvor habe ich mich omnivor ernährt, wobei ich darauf geachtet habe, wenig Fleisch zu essen. Da mein Freund vegan lebt, war es für mich einfacher den Schritt zu wagen.

War die Umstellung für euch sehr schwierig?

Katharina: Da ich schon lange kein Fleisch mehr esse und kaum tierische Produkte, wie Milch, Käse und Eier konsumiere, war es nicht sehr schwierig für mich. Unterwegs fällt es mir überhaupt nicht schwer, vegan zu essen, weil das Angebot schon sehr gut ist. In den Supermärkten und Bäckereien findet man überall etwas. Prinzipiell kaufe ich mir nur mehr vegane Lebensmittel.

Natascha: Mir ist mein veganer Monat deutlich leichter gefallen als erwartet. Durch meinen Freund habe ich schon vorher mitbekommen, worauf man bei Lebensmitteln und so weiter achten muss und wie lecker vegane Speisen sein können. Mein absolutes Highlight ist sein veganes Gyros! Milch, Butter und Eier habe ich ohnehin kaum gegessen, aber der Verzicht auf Käse ist mir schon schwergefallen.

Katharina (19) lebt seit einigen Jahren vegetarisch und interessiert sich seit längerem für die vegane Lebensweise. (c) Una Stefanović
Katharina (19) lebt seit einigen Jahren vegetarisch und interessiert sich seit längerem für die vegane Lebensweise.
















Wie haben eure Familienmitglieder auf eure Entscheidung reagiert?

Katharina: Ich wohne noch zuhause bei meinen Eltern und bin die einzige Vegetarierin. Meine Mama hat mit mir gemeinsam den veganen Monat gemacht. Sie war begeistert von den Rezepten und hat sehr viele nachgekocht, obwohl sie eigentlich nicht gerne in der Küche steht. Bei uns kocht sonst mein Papa und sogar er als Fleischliebhaber musste zugeben, dass die veganen Speisen sehr gut sind.

Natascha: In meiner Familie wird sehr viel Fleisch gegessen und sie waren anfangs sehr dagegen, dass ich mich jetzt vegan ernähre. Ich musste mich vor meinen Eltern und Verwandten für meine Entscheidung rechtfertigen, wobei ich zu dieser stehe und es schließlich mein Leben und Körper ist.

Seid ihr auf Zuspruch oder Widerstand bei euren Freund_innen gestoßen?

Katharina: Meine beste Freundin ernährte sich omnivor und hat einen vegetarischen Monat ausprobiert. Die meisten meiner anderen Freund_innen sind allerdings sehr skeptisch. Ich lasse das Thema meist weg, allerdings finde ich es schon schlimm, dass sogar junge Leute so voreingenommen sind und nicht einmal vegane Speisen probieren wollen. Meine Großeltern hingegen sind offener. Sie waren mit mir in der Swing Kitchen und von den veganen Burgern begeistert.

Natascha: Eine Arbeitskollegin hat nach meinem ersten veganen Monat auch einen gemacht. Manche Kolleg_innen haben auch negativ reagiert, weil viele nicht verstehen, warum ich die vegane Ernährung ausprobiere. Ich finde generell, dass die Leute den Bezug zum Essen auf dem Tisch verlieren und Millionen Tiere sterben umsonst, weil die Menschen unachtsam mit Lebensmitteln umgehen und sie leichtfertig wegschmeißen.

Hat dir unsere E-Mail-Starthilfe „Veganer Monat“ geholfen?

Katharina: Ich finde den „Veganen Monat“ sehr gut. Vor allem die Rezepte gefallen mir sehr, da sie praktisch, einfach und vielfältig sind. Er ist sicherlich auch für omnivore Personen sehr interessant und hilfreich. Ich finde, die Inhalte wurden sehr positiv kommuniziert und ich halte dies für den richtigen Zugang zum Thema. Ihr habt den Leuten Verbesserungsvorschläge gemacht ohne Druck auszuüben und Schockbilder zu zeigen.

Natascha: Die E-Mails haben mich unterstützt und viele Vorteile und Argumente für eine vegane Ernährung enthalten. Besonders toll habe ich die Rezepte gefunden, da man sich bei einer Ernährungsumstellung nicht nur von Brot und Hummus ernähren will. Zu meinen Highlights zählt die positive Stimmung, die durch die Mails vermittelt wird. Ich finde, jeder kann ohne viel Vorwissen einen veganen Monat machen. Die E-Mails erklären gut, worauf man achten sollte, wo man einkaufen kann und was man kochen könnte.

Natascha (24) hat sich vor der Teilnahme omnivor ernährt und ist begeistert von der Vielfalt der pflanzlichen Küche.
Natascha (24) hat sich vor der Teilnahme omnivor ernährt und ist begeistert von der Vielfalt der pflanzlichen Küche.
















Was hat dich während deinem veganen Monat überrascht?

Natascha: Ich habe viel zum Kochen begonnen und großen Spaß daran. Die vegane Küche ermöglicht einem viele neue Speisen und Gewürze auszuprobieren. Begeistert bin ich von eurer veganen Eierspeise mit Kala Namak. Es gibt bis auf Käse für alle tierischen Lebensmittel einen sehr guten Ersatz und ich finde, dass ein Schnitzel aus Seitan oder Soja sogar besser schmeckt als aus Fleisch.

Wie können wir Personen von einer Teilnahme am „Veganen Monat“ überzeugen?

Katharina: Ich denke, man braucht sehr aufgeschlossene Allesesser. Sehr wichtig ist es, ein Bewusstsein auf eine nicht aggressive Weise zu schaffen, dass eine pflanzliche Lebensweise besser ist. Man muss den Menschen klar machen, dass Fleisch nicht einfach aus dem Supermarkt kommt. Sehr wichtig ist es, Fakten zu verbreiten. Denn viele wissen zum Beispiel nicht, dass Fleisch enorme Umweltprobleme verursacht.

Natascha: Es hilft auf jeden Fall, anderen Leuten veganes Essen anzubieten oder gemeinsam zu kochen. Ein besonderes Anliegen ist es mir, dass die Produktion von Milch und Eiern wahrheitsgetreuer in den Medien kommuniziert wird. Ich stoße immer wieder auf Mauern aus Ignoranz, weil viele Leute einfach nicht wahrhaben wollen, wie tierische Lebensmittel hergestellt werden.

Ein Monat geht schnell vorbei und so auch unsere E-Mail-Starthilfe. Wie ernährt ihr euch heute?

Katharina: Ich habe den „Veganen Monat“ sozusagen weitergeführt und achte wesentlich mehr darauf, was ich esse als früher. Es fällt mir etwas schwer, immer konsequent zu sein, weil ich kaum Zeit für Einkaufen und Kochen haben und so esse, was daheim gekocht wird. Wenn ich alleine leben würde, dann würde ich wirklich nur vegan essen.

Natascha: Ich habe im Februar einen zweiten veganen Monat gemacht und werde weiter dabeibleiben. Mittlerweile achte ich viel mehr auf meine Ernährung und ich finde es toll, welche neuen Rezepte und Speisen ich kennengelernt habe. Ich bin jetzt viel aktiver beim Einkauf von Lebensmittel und Kosmetika und schaue mir die Inhaltsstoffe an und frage in Restaurants und Lokalen nach veganen Alternativen.