Die 6 besten Tipps, um online Tieren zu helfen | Vegane Gesellschaft Österreich

Die 6 besten Tipps, um online Tieren zu helfen

02.11.2018

Das Internet hat ganz neue Kommunikationsmöglichkeiten eröffnet und ist heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen nutzen es, um für Tiere aktiv zu sein. So können sie ganz einfach Botschaften senden und verstärken sowie an Diskursen teilnehmen, ohne dabei das Haus oder den Arbeitsplatz verlassen zu müssen. Wir geben hilfreiche Tipps für eine effektive Nutzung von beliebten Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram.
















1. Social Media verstehen

Zwei wesentliche Faktoren erzeugen Dynamiken auf Social-Media-Plattformen wie Instagram oder Facebook, die für Aktivismus eine entscheidende Rolle spielen.

a) Die Verwendung von Social-Media-Plattformen macht erwiesenermaßen auf Dauer unglücklich.

Studien haben gezeigt, dass die Nutzung über längere Zeit die Stimmung drückt. Dies gilt umso mehr, je länger die Nutzer_innen auf der Plattform verbringen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass schreckliche Bilder und Nachrichten auf Facebook die Welt als hoffnungslos erscheinen lassen. Ein weiterer ist der dauernde Druck, sogenannte „Likes“ zu bekommen. Er verursacht unterbewusst einen permanenten Stress. (Das eigene Leben erscheint oft langweilig, wenn man es mit den Erlebnissen vergleicht, die andere Leute im Rahmen ihrer Postings teilen.) Auf Instagram ist dieser zweite Effekt noch stärker ausgeprägt als auf Facebook.
Konsequenz: Wir raten dazu, die Nutzung von Social-Media-Plattformen auf 20 Minuten pro Tag zu beschränken. Gut gelaunte und glückliche Menschen können nachhaltiger und länger für Tiere aktiv sein als Menschen, die kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehen und mit ihrem Leben unzufrieden sind.

b) Social Media funktioniert nach dem Prinzip der Blasenbildung.

Ein wesentlicher psychologischer Anreiz, um auf Social-Media-Plattformen zu verweilen, ist der Wunsch nach Bestätigung und Zuspruch. Das passiert in Form von „Likes“. Der Algorithmus von Social-Media-Plattformen zeigt vermehrt Postings von Leuten an, bei denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie es liken. So soll die User_innenexperience der Poster_innen verbessert werden. Deshalb werden vegane Postings vor allem in veganen Bubbles gelesen. Die ARTE-Dokumentation „The Cleaners“ beschreibt das Phänomen der Blasenbildung sehr treffend.

2. Ein Ziel vor Augen haben

Was ist mein Ziel? Will ich meine Wut in den Äther schreien oder will ich Menschen hinsichtlich eines Themas sensibilisieren, mit dem sie sich noch nicht befasst haben? Will ich viele Likes in der veganen Bubble oder will ich noch nicht vegane Menschen ansprechen?

3. In Zielgruppen denken und weise Worte wählen

Wer ist meine Zielgruppe? Sind es meine veganen Freund_innen? Meine Arbeitskolleg_innen? Freund_innen und Bekannte, die noch nicht vegan leben? Jedes Posting sollte vor der Veröffentlichung darauf überprüft werden, wie es in den verschiedenen Zielgruppen verstanden werden könnte. Wie reagieren die veganen Freund_innen? Wie reagieren die nicht-veganen Freund_innen? Könnte sich jemand angegriffen fühlen? Poste ich vorwiegend vegane Nachrichten oder schreckliche Bilder, führt das dazu, dass die nicht veganen Freund_innen in der Bubble immer weniger werden. Um die alten Freund_innen nicht zu verschrecken, sollte es nicht mehr als ein vegan-relevanter Post pro Woche sein.

4. Sympathie zählt mehr als recht haben

Ist das Ziel, sich selbst besser zu fühlen, dann ist es wichtig recht zu haben. Ist hingegen das Ziel, andere zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, sollte man es dem Gegenüber möglichst leicht machen. Studien haben gezeigt, dass unterbewusst Abwehrmechanismen in Kraft treten, wenn man in einer Diskussion nicht recht hat. Ein brandneuer Artikel im Magazin „The New Yorker“ zählt Studien auf, die zeigen, dass der menschliche Geist großen Beschränkungen unterliegt, logische Fakten in Diskussionen zu verstehen und zu akzeptieren. Beispielsweise kann das Lesen der Nachricht: „Die Fleischesser_innen richten unsere Welt zugrunde.“ dazu führen, dass sich ein_e fleischessende_r Leser_in denkt: „Diese Veganer_innen sind sehr dogmatisch, damit will ich nichts zu tun haben.“ Eine Einladung zum Essen oder ein gutes Essensfoto könnte hingegen neugierig darauf machen, Neues auszuprobieren. Wenn Fleischessende sich nicht dem Konzept von „Veganer_innen“ oder „Vegetarier_innen“ identifzieren können, werden sie den Switch nie versuchen.

5. Gewünschte Contents teilen, Bullshit-News ignorieren

Medien (TV, Zeitungen, Online-Redaktionen) funktionieren nach einem gewissen Prinzip: Reichweite! Wenn der ORF eine vegan-freundliche Sendung ausstrahlt und diese viel gesehen und im Stream häufig geklickt wird, haben die Redakteur_Innen einen Anreiz, ähnliche Berichte in Zukunft zu bringen. Zeigt jedoch der ORF eine Pro-Jagd-Sendung, die aus Wut tausendmal geteilt wird, hat er ebenfalls einen Anreiz, einen ähnlichen Beitrag zu bringen. Deshalb sollten negative Berichte eher nicht geteilt werden. Stattdessen ist es sinnvoll, Protestmails an den Sender zu schicken. Will ich, dass mehr Menschen Postings von der Veganen Gesellschaft angezeigt bekommen, abonniere ich diese und like sie, damit der Algorithmus diese höher rankt und sie mehr Menschen sehen. Medienberichte oder Artikel, die ich gut finde, sollten idealerweise mit einer nicht wertenden, aber persönlichen Note versehen werden. „Wow, diese Doku hat mich gestern echt gerührt!“

6. Andere den Online-Aktivismus machen lassen

Zusätzlich zum eigenen Aktivismus ist es ein sehr effektiver Weg, durch eine Onlinespende einem Verein dabei zu helfen, seine Arbeit zu machen. Die Vegane Gesellschaft ist auf Spenden und finanzielle Unterstützung angewiesen und jeder Euro hilft uns, unsere Projekte umzusetzen. Ideal auch für Menschen mit wenig Zeit!